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Pressemitteilung 1/2010

Umweltfreundliche Premiere auf der IPEX:
Gleich zwei „gut deinkbare“ Inkjetdrucker

Während die einen Digitaldruckfirmen noch an der Methodik der Recyclingtests und dem Deinkingprozess* der Papierindustrie herumdoktorn, haben andere schon ihre Hausaufgaben gemacht: Auf der Messe IPEX 2010 in Birmingham sind erstmals zwei verschiedene Inkjet-Drucksysteme zu sehen, die unabhängig voneinander problemlos deinkbare Druckerzeugnisse liefern. Xerox' hier vorgestellte Produktions-Inkjetdrucker sind die bisher einzigen Geräte, die ohne aufwändige Vorbehandlung des Papiers „gute“ Deinkbarkeit nach den ERPC-Deinkbarkeitspunkten** erreichen. Ebenfalls die Höchstnote „gut deinkbar“ mit teils noch besseren Einzelergebnissen erzielen die Drucke der Fujifilm Jet Press 720, einer B2-Bogendruckmaschine.

Die beiden Systeme erreichen gute Deinkbarkeit auf völlig unterschiedliche Weise: Einmal wird ganz auf wasserlösliche Pigmente verzichtet und stattdessen geschmolzene, hydrophobe Tinte auf das Papier gespritzt, die sich beim Papierrecycling nicht auflöst. Das andere Verfahren nutzt eine Art Bindemittel, welches unmittelbar vor der eigentlichen Druckfarbe auf das Papier gesprüht wird und hier die ursprünglich wasserlöslichen Pigmente so gut fixiert, dass sie sich nachher problemlos als größere Partikel abtrennen lassen. Ein ähnliches System war schon als Prototyp auf der drupa 2008 von HP vorgestellt worden, Proben der danach ausgelieferten Inkjetdrucker erfüllen die Deinkbarkeitskriterien jedoch bisher nicht.

Ergebnis eines konsequenten Dialogs

Vor der drupa 2008 hatte die INGEDE auf Probleme beim Recycling der gängigen Inkjetdrucke hingewiesen. Während Trockentoner sich durchwegs gut entfärben lassen, gelingt dies bei Inkjet-Tinten derzeit nur bei wenigen Spezialpapieren. „Wie eine rote Socke in einer Waschmaschine mit weißer Wäsche können Drucksachen mit löslichen Farbstoffen oder Pigmenten ganze Ladungen Altpapier für das Recycling unbrauchbar machen“, erklärt der Chemiker Axel Fischer, Experte für das Recycling von Digitaldrucken bei der INGEDE. „Die neuen Entwicklungen sind eine schöne Bestätigung für den konsequenten Dialog der Papierindustrie mit der Digitaldruckbranche, den wir seit mehreren Jahren führen. Sie zeigen auch, dass es möglich ist, Inkjetdrucke so zu gestalten, dass sie problemlos in das bestehende System des Papierrecyclings integrierbar sind. Für die Zukunft sind hier sicher weitere positive Entwicklungen zu erwarten.“ Der japanische Chemikalienhersteller KAO hatte bei einer Veranstaltung in München im April einen dritten Ansatz vorgestellt – ein Pigment, das durch eine spezielle Verkapselung zu gut deinkbaren Druckergebnissen führt.

Gute Deinkbarkeit geht bei allen Systemen Hand in Hand mit besserer Bildqualität – solche Systeme neigen weniger zu Durchschlagen, liefern also auch ein besseres Druckergebnis.

Die INGEDE wurde 1989 als Zusammenschluss führender europäischer Papierhersteller gegründet. Ziel der INGEDE ist es, die Verwertung von hellem Altpapier (Zeitungen, Zeitschriften und Büropapiere) zu neuem grafischem Papier und zu Hygienepapieren zu fördern und die Rahmenbedingungen für einen erhöhten Altpapiereinsatz zu verbessern.

* Deinking ist das Entfernen der Druckfarbe (engl. ink) aus dem Altpapier beim Papierrecycling.

** ERPC: European Recovered Paper Council, Europäischer Altpapierrat. Das Bewertungssystem „Deinkbarkeitspunkte“ (deinkability scores) finden Sie auf der Webseite des ERPC unter www.paperrecovery.org.

19. Mai 2010

Weitere Links hierzu:

Diese Pressemitteilung als pdf

Mehr zur Prüfung der Deinkbarkeit unter INGEDE-Methoden auf der INGEDE-Webseite.

Mehr zur Deinkbarkeit von Digitaldrucken auf den englischen Seiten INGEDE-Webseite.


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